Siehe auch: Gründe für Jabber anstelle Whatsapp

Jabber ist kein zentralisiertes System, man darf sich sowohl einen Dienstleister als auch die Benutzeroberfläche/App selbst aussuchen und trotzdem mit allen Jabber-Nutzern kommunizieren (ähnlich wie bei Emails).

1. Dienstleister

Zunächst braucht man (ganz ähnlich wie bei Email) einen Dienstleister. Früher haben mehrere Email-Provider nebenbei auch einen Jabber-Account zur Verfügung gestellt, heute ist das seltener. Zum Beispiel https://mailbox.org und https://mail.de machen das aber noch — möglicherweise sind sie hinsichtlich der unterstützten Funktionen noch nicht auf dem Stand der Technik.

Zum Ausprobieren sollte man aber zunächst einen Account bei einem Server aus dieser Liste benutzen. Am besten wählt man einen aus, der bezüglich der Sicherheit gut eingestuft ist. Außerdem sollte der Server die nötigen Features unterstützen, siehe dort.

Eine Jabber-Adresse sieht (leider?) genau so aus wie eine Email-Adresse: user@hostname.org

Was in der Welt der anderen Messenger nicht üblich ist: man kann sich auch seinen eigenen Server aufsetzen und trotzdem mit allen anderen Jabber-Nutzern kommunizieren.

2. App für Android

Derzeit wählt man am besten Conversations, das läuft einfach sehr gut.

Ab android 6 braucht man GCM und einen Push-Dienst oder die Einstellung einer Energiesparausnahme für Conversations?

3. App für iOS

Bisher ist wohl vor allem chatsecure empfehlenswert. Lange Zeit gab keine Push-Benachrichtigungen, was im Vergleich zu den android-Apps bedeutete, dass man nicht immer sofort über neue Nachrichten informiert wird (weil die Apps unter iOS nicht ständig im Hintergrund laufen dürfen). Seit Sommer 2016 gibt es sowas, nach (fast) eigener Erfahrung funktioniert es auch einigermaßen gut. Empfang und Versendung von Bildern (Conversations unter Android als Gesprächspartner) klappt nach eigener Erfahrung nicht. OMEMO-Verschlüsselung ist in Arbeit, OTR funktioniert. Im Vergleich zu Conversations (unter Android) muss man jedoch auf einiges verzichten.

Andere Stimmen empfehlen: monal (ist wohl auf iOS als VoIP-App klassifiziert, darf daher im Hintergrund laufen), astrachat.

4. Für den PC

5. Einrichten

Nachdem man eine Jabber-Adresse hat, muss diese noch in die gewählte App eingetragen werden — und jetzt kommt ein großer Unterschied zu den sonstigen bekannten Messengern: man muss seinen Gesprächspartnern diese Adresse selbst mitteilen. Es wird nicht automatisch das komplette Adressbuch (inklusive der Kontakte, welche dieser Praxis gar nicht zugestimmt haben) zu irgendeiner Firma hochgeladen…

6. Funktionen

Man kann direkt untereinander kommunizieren und auch in Gruppen; Dateien, Bilder und Sprachnachrichten verschicken. Das ganze unverschlüsselt oder mit verschiedenen Verschlüsselungsvarianten.

Der Haken dabei ist: nicht jede App bietet alle Funktionen (Conversations kann das oben genannte jedoch) und manche hängen auch von den beteiligten Servern ab. Falls etwas nicht funktionieren sollte: wende Dich mit Deinem Wunsch an den Serverbetreiber, vielleicht wird Dir geholfen. Ansonsten kann man ja den Betreiber wechseln, Hier gibt es eine Vergleichsliste.


Letzte Änderung: 29.10.2016 21:12
Jens W. Wulf
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